Bahnhofsfest 2017 auf dem Personenbahnhof Frankfurt (Oder)

Im Jahr 2017 hat die Eisenbahn in Frankfurt (Oder) ein kleines Jubiläum. Am 23. Oktober 1842 wurde die Eisenbahnstrecke Frankfurt/O - Berlin eröffnet. Es folgte eine rasante Entwicklung. Innerhalb von 30 Jahren entwickelte sich Frankfurt (Oder) zu einem Eisenbahnknoten mit sechs einmündenden Strecken.

175 Jahre später wollten wir, eine Seniorengruppe der Deutschen Bahn, an diesen denkwürdigen Tag erinnern.

Wurden seit 1992, mit Unterbrechungen, Bahnhofsfeste veranstaltet, so wollten wir in diesem Jahr doch einen besonderen Höhepunkt schaffen. Wir, das sind die Eisenbahnfreunde Frankfurt (Oder), eine Gruppe ehemaliger Eisenbahner aus allen Dienstzweigen der Deutschen Reichsbahn unter der Schirmherrschaft des Bahnsozialwerkes (BSW).

Nach dem Fest ist vor dem Fest. Unmittelbar nach der Veranstaltung 2016 begannen die Vorbereitungen für das Bahnhofsfest 2017. Zu diesem besonderen Anlasses bekamen wir vom Bahnsozialwerk und der DB Bereich Station&Service finanzielle Unterstützung. Die Stadt erließ uns die Kosten für die Nutzung des Bahnhofsvorplatzes. So finanziell mit einem kleinen Polster versehen machten wir uns an die Arbeit.

Als Termin wählten wir den 02.September, einen Tag nach dem Ersten. Ziel war es, auch Familien mit geringem Einkommen den Besuch zu ermöglichen. Alle Kinderattraktionen konnten unentgeltlich genutzt werden. Die Sonderfahrten auf dem Bahnhof für Erwachsene mit einem geringen Obolus, Kinder natürlich kostenlos.

Auf dem Bahnsteig und innerhalb der Gleisanlagen konnten Lokomotiven und Eisenbahntechnik besichtigt werden. Besondere Anziehungspunkte waren die Mitfahrmöglichkeiten auf Draisinen und Unimog.

Die Niederbarnimer Eisenbahn (NEB) stellte uns einen Triebwagen modernster Bauart zur Verfügung mit denen wir Sonderfahrten ins Umland durchführen konnten. Eine besondere Freude für uns war es, das wir den Gästen eine Fahrt nach Rzepin anbieten konnten. Schon im Vorfeld hatten wir viele Anfragen und Bitten um Platzreservierung.
Auch Petrus spielte mit, am Vortag bei den Vorbereitungen zur Veranstaltung standen wir den ganzen Tag im Regen, am Veranstaltungstag herrliches Wetter.

Wir wollten aber nicht nur Eisenbahntechnik bieten. In der Bahnhofshalle wurde ein buntes Kulturprogramm zusammen gestellt und eine Modelleisenbahn aufgebaut. Wir konnten polnische und deutsche Gruppen gewinnen, so das wir eine bunte Vielfalt in der Halle hatten. Die Akustik in der Bahnhofshalle wie in einer Kirche, als Folge ein begeistertes Publikum.

Dank der Unterstützung durch die Stadt waren wir auch in der Lage auf dem Bahnhofsvorplatz etwas zu organisieren. Der Feuerwehrverein Frankfurt kam mit seinen Oldtimern vorgefahren, die Gaststätte "Königs Fritze" aus Beresinchen beteiligte sich bei der Versorgung. Eine Kindereisenbahn war aufgebaut, wo die Kids kostenlos ihre Runden drehen konnten.

Alles war nun vorbereitet, es konnte losgehen. Schon traditionell spielte als erstes der Fanfarenzug auf. Als besonderen Highlight wurde die Veranstaltung durch den Oberbürgermeister der Stadt feierlich eröffnet. Auch ließ er es sich nicht nehmen bei dem ersten Sonderzug diesem den Abfahrauftrag zu erteilen.

Um die Historie zu unterstreichen war es uns gelungen den Freundeskreis "Historische Eisenbahnuniformen" aus Schwerin für unsere Veranstaltung zu gewinnen. Im blauen Gehrock und mit goldenen Knöpfen waren sie die Hingucker auf der Veranstaltung. Sie präsentierten ihre Uniformen in gekonnter Form in einem besonderen Programmpunkt in der Bahnhofshalle. Anzutreffen waren sie natürlich auch bei der Eröffnung der Veranstaltung und bei den Sonderfahrten im Zuge.

Nicht unerwähnt soll bleiben das die Unternehmen DB Regio und DB Cargo nicht die versprochenen Loks bereit stellten. So entfielen die beliebten Führerstandsfahrten.

Erwähnen möchten wir aber auch die positiven Gegenstücke, ein Lokführer von DeltaRail opferte einen Urlaubstag um für die Veranstaltung eine E-Lok bereit zu stellen. Von einer Lok eines privaten Betreibers, welche auf einen Zug aus Polen wartete, bot sich der Triebfahrzeugführer an in seiner Wartezeit sich an der Veranstaltung zu beteiligen.

Trotz des erwähnten Mangels waren wir am Veranstaltungsende rundum zufrieden. Von den Besuchern bekamen wir durchgehend positiven Feedback.

Am Ende der Veranstaltung merkten dann doch alle ihr Alter. In einer Abschiedsrunde bei einem Bierchen ließen wir noch den Tag Revue passieren und waren froh das es nach Hause ging.

 

 

https://rheingin.de