Die Steuerung einer Dampflokomotive

 

 

Der im Kessel sich befindliche Dampf (max.12, 14, 16, bar je nach Ausführung) strömt, manuell vom Führerstand betätigt, durch ein geöffnetes Absperrventil, Regler genannt, über ein Regler Rohr zu den Rauchrohrüberhitzern und zunächst in die Schieberkästen.

 

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Der Regler in der Ansicht im Dampfdom.

 

Die Rauchrohr Überhitzer sind lange Röhren die in die Rauchrohre eingeschoben werden, und dort gelagert sind, sie erzeugen dort durch zusätzliche Hitze aus der Feuerbüchse den Heißdampf, der eine optimale Expansion des Dampfes in den Zylindern gewährleistet.

 

 

 

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Ansicht der Rohrüberhitzer

 

 

In den Zylindern der Lok sind oben die Schieberkästen angeordnet und dort werden die Schieber bewegt und geben abwechselnd Kanäle frei oder schließen sie. So wird der Heißdampf abwechselnd in die vordere oder hintere Zylinderhälfte geleitet.

 

 

Den Abdampf, der bereits Arbeit geleistet hat, wird durch Ausströmrohre in den Blaskopf, der sich in der Rauchkammer befindet, in den Schornstein und damit ins Freie geleitet.

 

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Die Öffnungs- und Schließvorgänge der Schieber müssen einander in einem bestimmten Rhythmus erfolgen, das heißt, sie müssen den Bewegungen der arbeitenden Maschine angepasst sein. Das lässt sich am besten erreichen, dass die fahrende Lokomotive den  Dampfein- und Dampfaustritt selbst steuert. Hier muss man zwischen der inneren und äußeren Steuerung unterscheiden.

 

 

Unter der inneren Steuerung versteht man die Teile, die die Dampfverteilung in den Zylindern direkt bewirken. Es sind dies die eigentlichen Steuerorgane.

 

Zur äußeren Steuerung gehören alle Teile, die die innere Steuerung in Bewegung setzen.

 

Welche Bedingungen muss eine Lokomotivsteuerung erfüllen?

 

1. Da der Dampf nur bei bestimmten Kolbenstellungen in den Zylindern ein- oder ausströmen darf, müssen die Dampfkanäle sich abhängig von den Kolbenstellungen öffnen und schließen.
2. Die Leistungsbeanspruchung der Maschine schwankt im Betriebe stark. Deshalb muss die Zylinderfüllung sich in weiten Grenzen verändern lassen.
3.
Jede Lokomotive muss sowohl vorwärts als auch rückwärtsfahren können. Das muss durch einfache Umsteuerung möglich sein.

 

Der Kolbenschieber ist die verbreitete und vollkommenste Bauart der druckentlasteten Schieber.

 

 

 

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Der normale Kolbenschieber 

 

 

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Eine Abart des Regelkolbenschiebers ist der Druckausgleichkolbenschieber. Diese Schieberart erspart besondere Druckausgleicheinrichtungen

 

Die eine Bauart ist der „Karl-Schulz-Schieber“. Er besteht aus zwei auf der Schieberstange festsitzenden halben Schieberkolben und zwei auf der Stange längsverschiebbaren Schieberkolbenhälften. Bereits bei einem Schieberkastenüberdruck von 0,5 bis 1 bar wird die Kraft der Rückstellfeder überwunden und die Schieberkörper klappen zusammen. 

 

 

Teile der äußeren Steuerung 
Um die oben genannten Kriterien einer „Lokomotivsteuerung“ zu erfüllen sind verschiedene Steuerungsarten entwickelt worden.
Die weit verbreitete Steuerungsart ist die Heusinger-Steuerung, genannt nach dem Deutschen Edmund Heusinger, die auch im Ausland weit verbreitete Anwendung fand.

 

Sie besteht aus folgenden Teilen: 

 

 

 

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Ansicht der äußeren Heusinger – Steuerung 

 

 

Die Umstellung oder Füllungseinstellung erfolgt vom Führerstand aus mittels Handrad und Steuerspindel, Steuerstange zum Aufwerfhebel mit dem Schwingenstein. Der Schwingenstein ist mit der Schieberschubstange verbunden die den Schieber in vorwärts oder rückwärts Fahrt einstellt.

 

 

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Die Gegenkurbel bewegt die Schwingenstange und damit wird die Schwinge angetrieben. Durch die Krümmung der Schwinge werden die Schieber gesteuert. 
Auf eine komplexe Erläuterung der äußeren Steuerorgane wird an dieser Stelle verzichtet.