Hochbaumeisterei (Hbm)  

Vor dem Ende des Zweiten Weltkrieges bestand eine Hochbaumeisterei bei der Rbd Osten. Diensträume und Werkstätten befanden sich auf dem Hof des Direktionsgebäudes. Die Handwerker wurden überwiegend nur für Reparaturarbeiten an den Dienstgebäuden in Frankfurt, besonders am Direktionsgebäude selbst, eingesetzt. Da es zu dieser Zeit noch keine selbstständige „Hochbaumeisterei“ gab, muss davon ausgegangen werden, dass die Meisterei einer Bahnmeisterei unterstellt war. Nach Kriegsende nahm als erste Baudienststelle die Bahnmeisterei auf dem Personenbahnhof ihre Arbeit auf. Von den Handwerkern dieser Dienststelle wurden, wie früher üblich, auch die Reparaturarbeiten an den Hochbauten erledigt. Der Umfang machte jedoch eine Trennung der Arbeiten am Oberbau und an den Hochbauten erforderlich. Obwohl die generelle Herauslösung des Hochbauteiles aus den Bahnmeistereien der Rbd Berlin erst ab 1953 erfolgte, soll das für Frankfurt (Oder) schon ab 1. Juni 1946 verfügt worden sein. Als Dienst- und Werkstattgebäude wurde die ehemalige Baustoffprüfstelle der Rbd Osten westlich der Schiebebühne vom Bww hergerichtet. Zur Herstellung von Baufreiheit für die Verbreiterung der Schiebebühne wurde es abgebrochen. Nach Freigabe des ehemaligen Kleiderlagers (Bilder 1, 2, 3) der Rbd Osten an der Briesener Straße durch die Besatzungsmacht bezog die Hochbaumeisterei dieses Klinkergebäude. Durch eine vom Ministerium für Verkehrswesen angeordnete Strukturveränderung wurde 1951 der überwiegende Teil der Handwerker aus der Hbm herausgelöst und zur neu gegründeten Reichsbahn-Bauunion Cottbus (ab 1952 Berlin) versetzt. Die Reichsbahn-Bauunion übernahm die größeren Bauvorhaben. Die Hbm hatte nur noch Reparaturen geringen Umfangs auszuführen. Mit dem weiteren Aufbau von Hochbaumeistereien war die Hbm Frankfurt später für die Unterhaltung aller Dienst- und Wohngebäude im gesamten Amtsbezirk zuständig. Durch den Mangel an Baukapazitäten wurde diese Zielstellung bald wieder verwässert. Immer öfter wurde die Hbm auch zu Investitionsvorhaben herangezogen. Deshalb sollten in den achtziger Jahren die Hochbaumeistereien materiell und personell aufgestockt werden, um möglichst viele Aufgaben ohne Baukapazitäten aus dem Territorium selbst erledigen zu können. Die neue Bezeichnung „Instandhaltungswerk für Hochbau“ (IwH) ab Mitte 1989 sollte sicher den Umwandlungsprozess beschleunigen helfen. Der Arbeitskräftemangel -1980 hatte die Hbm 95 Beschäftigte- machte diese Zielstellung zunichte.

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Mit der Wende gab es weitere Veränderungen. Am 1.Januar 1997 wurde die Abteilung Technische Anlagen dem Bw zugeordnet und es erfolgte die Umbenennung in „Anlagen- und Hausservice“ (AHS), Stützpunkt Frankfurt (Oder). Ab 1. Januar 1998 gehörten die Frankfurter Mitarbeiter zur Niederlassung Cottbus, Außenstelle Cottbus. Die Bezeichnung ab 1.November 1998 lautete: AHS „Proficenter Instandhaltung“ Region Ost, Niederlassung Cottbus, Außenstelle Frankfurt (Oder). Inzwischen (2011) sind in den Räumen der Hbm verschiedene Fachbereiche der DB untergebracht. Die ehemaligen Mitarbeiter der Dienststelle bewahren die Tradition und kommen alle drei Jahre zum „Erfahrungsaustausch“ zusammen.

Leiter der Hbm Frankfurt (Oder) waren:

Herbert Kelm, Günter Steinmetz, Herbert Kelm 01.06.1973 - 1979, Friedrich Löffler 1979 - 1987, Michael Metschke 01.06.1987 - 30.05.1992, Anton Grahl bis 1995

 

Lothar Meyer