Ein Mahnmal gegen den Krieg, gegen das Vergessen,
den Krieg zu ächten den Frieden zu bewahren

Foto: Malzahn

Eisenbahnerdenkmal Frankfurt (Oder)

Das Denkmal ist der Berufsgruppe der Eisenbahner der ehemaligen Direktionsbezirke Bromberg, Posen und Danzig gewidmet, die als wehrpflichtige Soldaten im 1. Weltkrieg und bei Grenzkämpfen 1919 gefallen sind. Das Denkmal steht für keine militärische Einheit, Regiment oder Waffengattung.

Schon 1921 bestand der Wunsch von der Beamtenschaft in der neuen Heimstadt Frankfurt (Oder) ein Denkmal für die gefallenen Kameraden zu schaffen. Zehn Jahre dauerte es bis durch Spendengelder der Eisenbahnvereine des Direktionsbezirks Osten die Errichtung des Denkmals in Angriff genommen werden konnte.
Am 3.Juli 1932 erfolgte die Einweihung, die Gebrüder Fürstenberg als Steinmetz und Bildhauer haben es erschaffen, Architekt war Reichsbahnrat W. Bering. Die drei Stelen symbolisieren die Direktionsbereiche Posen, Bromberg und Danzig, der Sockel die Reichsbahndirektion Osten.
Aus der städtebaulichen Beziehung des Denkmals zur Umgebung, und zwar einerseits als Abschluß der vom Verfasser in den Jahren 1922 bis 1924 geschaffenen Wohngruppe,  wie auch als Betonung des Berggipfels, ergab sich die schlanke, aufragende Form. Aus dem Erdreich wachsen drei eckige, steinerne Tafeln empor. Sie verkörpern die drei Direktionsbezirke, denen die Gefallenen angehörten. Der Zusammenschluß der drei frei neben einander stehenden Tafeln zu einem einheitlichen Sockelblock  deutet auf die Vereinigung der ehemaligen drei Bezirke in dem neuen Reichsbahndirektionsbezirk Osten hin. Als Sinnbild gemeinsamer Tätigkeit krönt ein geflügeltes Rad das Ehrenmal. 
Inschriften (heute nicht mehr lesbar) auf den Schmalseiten klären den Fremden über die Bedeutung des Bauwerkes auf. Der steinerne Schaft ist aus Kirchhainer Muschelkalkstein- Quadern zusammengefügt. Die Bekrönung besteht aus Bronze.
Gleichzeitig mit der Errichtung des Denkmals ist auch die Brüstung der Aussichtsterrasse in der Art, wie sie vom Verfasser ursprünglich geplant war, mit einem Kranz aneinander gereihter Sitzbänke versehen worden.

Eisenbahner der heutigen Generation haben es sich zur Aufgabe gemacht das durch die DDR-Epoche beschädigte und in Vergessenheit geratene Denkmal wieder so herzurichten wie es vom Architekt Reichsbahnrat W. Bering geschaffen wurde. Große Schwierigkeiten bestehen bei der Rekonstruierung der ehemals an den Seitenflächen angebrachten Beschriftungen. Viel Zeit wurde investiert und ein enormer Aufwand betrieben um zu ein Ergebnis zu kommen.

Nach 1945 wurde die gesamte Wohnanlage der Deutschen Reichsbahn auf dem Kiliansberg von den sowjetischen Truppen in Nutzung genommen. Es wurde ein Hotel und Offizierswohnungen eingerichtet. Das Gefallenendenkmal blieb unbeachtet, einzig gemäß Kontrollratsdirektive Nr.30 wurden die Inschriften am Denkmal entfernt.

Nach Abzug der GUS-Truppen wurde die Wohnanlage im Jahr 2000 privatisiert. Die Häuser wurden restauriert und das Denkmal gereinigt. Dabei wurden zu aggresive Reinigungsmittel verwendet

2015 erfolgte die Antragstellung an die Denkmalbehörde zur Wiederanbringung der fehlenden Inschrift.

Autor: Malzahn

 


 

 

 

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