Betriebsschule des Reichsbahnamtes Frankfurt (Oder)           

Abteilung Aus-und Weiterbildung der Werktätigen

 

Geschichte

 

Nach dem verheerenden Weltkrieg waren viele Eisenbahner des Dienstortes gefallen bzw. in andere Gegenden verstreut. Wichtig war es jetzt, für die vielen Tätigkeiten Menschen auszubilden bzw. anzuleiten, die aus völlig artfremden Berufen kamen.

Das wurde durch erfahrene Eisenbahner umgesetzt, die dann in der Technischen Betriebsschule zusammengefasst wurden. Die Lehrenden fuhren zu den Dienststellen und erteilten den Unterricht und die Unterweisung direkt am Arbeitsplatz.

Der erste Leiter der Technischen Betriebsschule (TBS) war Hans Schülke. Er wurde Ende der 50er Jahre von Erich Jochen abgelöst. Einer der Fachlehrer an der TBS war Bernhard Lehmann, der später dann als Lehrer und Abteilungsleiter Theorie an der Betriebsschule tätig war.  Wanderlehrer waren u.a. Werner Griebel .1962 wurde aus der TBS eine Betriebsakademie des Reichsbahnamtes und der erste Leiter der Bak war Josef Fieroch.

Die Bak wurde in der Ferdinandstr.16 untergebracht. Dort gab es zwei Unterrichtsräume (16 und 22 Plätze), einen kleinen Raum für den Leiter und einen Raum für die Instrukteure. Die Räume waren, wie das damals so üblich war, mit Kachelöfen versehen. In den kalten Monaten mussten deshalb die Mitarbeiter, damit Unterricht am Montag möglich war, am Sonntag vorheizen gehen. Da die sich qualifizierenden  Eisenbahner oftmals direkt von der Nachtschicht zum Unterricht kamen, schliefen sie dann in der Nähe des Ofens ein, während die übrigen an den Fenstern  froren.

 Als Instrukteure für die berufspraktische Ausbildung wirkten Kollege Flügge und Instrukteur für den Dienstunterricht war Herbert Pintaske.
Im theoretischen Unterricht wurde Siegfried Borrmann und der Leiter selbst eingesetzt.

Am 1.Juni 1966 kam nach erfolgreich absolvierten Ingenieurstudium die Verfasserin mit einem Arbeitsvertrag als Instrukteur für berufspraktische Ausbildung zur Bak. Da dem Koll. Flügge das nicht bekannt war, war er nicht begeistert, dass plötzlich sein Arbeitsplatz von einer jungen, kaum Ahnung habenden, Kollegin besetzt wurde.

Zu diesem Zeitpunkt gab es auch schon Ausbildungen außerhalb der Arbeitszeit zum Facharbeiter und auch Weiterbildungen in verschiedenen Sparten. Das war auch ein Grund, die Arbeitsplätze der Instrukteure in Lehrerstellen umzuwandeln. Das passierte im November 1966.

1972 wurde die Betriebsschule des Rba gegründet und die Bak kam als Abt. AWW (Aus-und Weiterbildung der Werktätigen) dazu. Der Struktur nach wurde der Direktor der Bak Abteilungsleiter und gleichzeitig Stellvertretender Direktor des BS. Dieses Amt übte Josef Fieroch bis Ende August 1981 aus. Danach wurde die Verfasserin in dieses Amt berufen.

Die vielen Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten, die ich im nächsten Abschnitt noch darstellen möchte, waren ohne weitere Lehrkräfte nicht möglich. So kamen dann in den nächsten Jahren als Lehrer Eberhard Petschke, Dietmar Junge, Hans-Joachim Glante, Rainer Hoppe und Reinhardt Wolfgardt dazu. Als Sekretärin unterstützten den Abteilungsleiter  Charlotte Spielmann und Ursel Höpner.

Da viele Fachgebiete aus den Bereichen Maschinendienst, Wagenwirtschaft, Signal-und Fernmeldewesen, Bahnbau aber auch aus dem Bereich Betrieb und Verkehr durch die hauptamtlichen Lehrkräfte nicht abgedeckt werden konnten, kamen zahlreiche nebenberufliche Lehrkräfte zum Einsatz. Auch für Prüfungen in diesen Bereichen wurden erfahrene Praktiker gewonnen.

Im März 1985 bezog der Bereich AWW Räume im Kulturhaus Völkerfreundschaft, was auch eine große Verbesserung in Bezug auf die Unterrichtsgestaltung war (größere, helle und vor allen Dingen zentral beheizte Räume).

Jährlich wurden ca. 300 Eisenbahner um-, aus- und weitergebildet. Durch die Umstrukturierung der Aus- und Weiterbildung nach der Wiedervereinigung wurde auch der Bereich AWW 1992 geschlossen.

 

 

Aus-und Weiterbildungsmöglichkeiten

 

Facharbeiterausbildung

Weiterbildung zum Fahrdienstleiter, zur Aufsicht, zum Rangierleiter, zum Stellwerksmeister

Umschulung von Heizern zu Triebfahrzeugbedienern

Ausbildung zum Sicherungsposten

Einweisung der Fdl bezüglich der elektrischen Zugförderung

Unterrichtung zum Bedienen von Spezialwagen (Uc-Wg)

Pädagogische Grundkenntnisse für Unterrichtsleiter

Englisch für Zugbegleitpersonale

Unterweisung von Prüfungskommissionen

Erwerb des 10.Klassenabschlusses

Erwerb von PC-Grundkenntnissen

Unterweisung in der Tätigkeit als Feststeller im internen Rechnungswesen

Ausbildung von Knotenbedienern

 

Verfasst von Helmtraud Spielmann, von 1966 bis 1981 Lehrerin, ab 1981 bis 1991 Leiterin der Abteilung