Zur Geschichte der Vitrine

Als unsere Denkmallokomotive 64 317 im Juni 1978 nach langer Vorbereitungszeit ihren Platz vor dem Kulturhaus Völkerfreundschaft erhalten hatte, entstand der Wunsch über die Herkunft und das Leben dieser Dampflok zu informieren. Fast drei Jahre vergingen, bevor die bei einer Frankfurter Firma bestellten drei Vitrinen aus Stahl-Aluminium geliefert wurden. Der Preis pro Vitrine war inzwischen höher, als vorher vereinbart. Die Kosten mussten nun bei der Reichsbahndirektion Berlin als Investition abgerechnet werden. Zwölf Jahre standen sie danach auf Klinkersockeln parallel neben der Lok und dienten nebenbei zur Beleuchtung des Weges zu den Umkleideräumen der Lokpersonale. Die damaligen Befürchtungen, die großen Glasscheiben könnten beschädigt werden, haben sich nie bestätigt. Nach der 1995 erfolgten Umsetzung der 64 317 zum Personenbahnhof waren auch die Schaukästen überflüssig. Sie wurden demontiert und im Eilgutschuppen gelagert. Zwei von ihnen gelangten danach zum Eisenbahnverein Letschin. Die in Frankfurt verbliebene wurde von den Eisenbahnfreunden aufgearbeitet, durch ein neues Untergestell ergänzt und vor dem Empfangsgebäude der Oderstadt aufgestellt. Seit dem 28. August 2006 ist sie mit neuen Ausstellungselementen versehen. Fotos, Texte und alte Dokumente werden künftig wieder über das technische Denkmal und das Wirken der Frankfurter Eisenbahnfreunde berichten. Das wichtigste Dokument, das Betriebsbuch der Lok, ist leider in den Wendezeiten abhanden gekommen. Wir würden es begrüßen, wenn sich der neue „Besitzer“ dazu entschließen könnte, diesen „Ausweis der Lok“ zurückzugeben.

 

Lothar Meyer