Das Wandbild in der Bahnhofshalle

 

Mit einem Kostenaufwand von 300.000 Mark wurde in den Jahren 1959/60 das Bahnhofsgebäude und die Empfangshalle erneuert. Die Wände der Empfangshalle wurden gefliest. Große Kronleuchter hingen im Eingangsbereich. Mitropa, Verkaufseinrichtungen und Fahrkartenschalter erhielten Leuchtschriften. Ein besonderer künstlerischer Blickfang war ein großer Keramikfries. Ankommende Reisende bekamen in der Empfangshalle als erstes dieses Wandbild zu Gesicht. Das Keramikbild symbolisierte die verkehrspolitische Bedeutung der Stadt Frankfurt (Oder) an der Oder-Neiße-Friedensgrenze.
Die beiden Länder wurden durch das Rote Rathaus Berlin und durch den Palast der Kultur und Wissenschaft Warschau dargestellt. Den Fluß überquerende Züge veranschaulichten den grenzüberschreitenden Verkehr. Die Länder waren weiterhin durch Staats- und Stadtwappen zu erkennen.

Die Entstehung:
In einem Ausschreibungsverfahren erhielt der Künstler L.Scholz den Zuschlag. Auf dem Bild werden die Hauptstädte, mit dazwischenliegender Oder-Neiße-Friedensgrenze, dargestellt. Unter Leitung des Künstlers übernahm die Firma VEB Fliesen- und Ofenbau Berlin die Herstellung des Bildes. Die Montage wurde von zwei Stukkateuren der Firma Stuck- und Naturstein Berlin Lichtenberg vorgenommen. Die bildliche Darstellung wurde auf eine Gipsplatte aufgebracht. Die einzelnen benötigten Mosaiksteine wurden aus Wandfliesen hergestellt. Für die Flächen wo Bäume angedeutet wurden, mußten kleine flache Steine angebracht werden. Dafür fuhren die beide Stukkateure für zwei Tage nach Stubbenkammer um dort die benötigten Steine am Strand zu sammeln.
Unten rechts wurde der Name des Künstlers und der ausführenden Firma angebracht.

Bei den ersten Umbauarbeiten nach der Wende wurde das Bild durch eine Trockenwand abgedeckt, blieb so komplett erhalten.
Bei den umfassenden Modernisierungsarbeiten 1999 wurde das Bild entsorgt

D.Malzahn

Quellen: MOZ; R.Buchholz, Heimatverein Frankfurt (O)