Signal- und Fernmeldemeisterei (Sfm) Frankfurt (Oder)

Die Signalwerkführer und Leitungsaufseher waren vor 1945 Beschäftigte der oft kleinen Bahnmeistereien. Nach dem Kriegsende waren aufgrund der umfangreichen Aufgaben neue Organisationsformen gefragt. Zunächst wurden alle Mitarbeiter für die Instandhaltung von Sicherungs- und Fernmeldeanlagen zu einer der Bm unterstellten Abteilung zusammengefasst. Am 1. Juni 1946 entstand die Stellwerksbahnmeisterei 7 Frankfurt (Oder). Schon am 1. Januar 1947 wurden daraus die eigenständige Stellwerksbahnmeisterei und die eigenständige Signalmeisterei gebildet. Diese Trennung der beiden Fachbereiche währte allerdings nur bis zum 1. Juli 1947, dann gab es eine Signal- und Fernmeldemeisterei. Ein Jahr später, am 1. Juli wurde sie wieder aufgeteilt in die Signalmeisterei 7 und die Fernmeldemeisterei 5. Die Ursache für diese ständigen Veränderungen konnte nicht mehr ermittelt werden. Die letztgenannte Struktur hielt rund sieben Jahre. Am 1. April 1955 wurde die Dienststelle Signal- und Fernmeldemeisterei gebildet. Relativ häufig wechselten die Leiter. Der Verantwortungsbereich deckte sich im wesentlichen mit dem Frankfurter Amtsbezirk. Nur für die Berliner S-Bahn gab es wegen der speziellen Technik Abweichungen. Dafür waren die Sfm´en in Berlin zuständig. In den ersten Nachkriegsjahren galt es die alte mechanische und elektromechnische Stellwerkstechnik instandzusetzen und betriebsfähig zu halten. 1953 zog erstmals moderne Technik ein. Mit dem Werkbahnhof des EKO erhielt der Bahnhof Ziltendorf ein Gleisbildstellwerk der Bauform 0. Im gleichen Jahr erfolgte die Inbetriebnahme der ersten zugbedienten Wegübergangssicherungsanlage (WÜS-Anlage) der DR auf dem Bahnhof Scharmützelsee (Strecke Grunow-Königs Wusterhausen). Weiterentwickelte WÜS-Anlagen wurden ab 1964 auf der Strecke Berlin-Frankfurt (Oder) und später auf weiteren Strecken eingebaut. In den siebziger Jahren wurden verstärkt Formsignale durch Lichtsignale ersetzt. Gleisbildstellwerke sowjetischer Bauart (EZMG) wurden in Neutrebbin (November 1979), Sietzing (November 1982) und Letschin (April 1983) und Podelzig 1989 in Betrieb genommen. Bauvorhaben des Hauptauftragsgeber (HAG) Rbd Berlin mussten oft wegen fehlender Baukapazität mit Unterstützung der Unterhaltungsdienststellen realisiert werden. So sind zum Beispiel die Vorhaben Podelzig (01, 02, 03, 04, 05, 06, 07, 08, 09, 10, 11) und Einbau eines neuen elektromechanischen Stellwerkes in Hangelsberg (16, 17, 18, 19, 20, 21, 22) durch Fotos belegt. Besonders schwierig war 1945 die Situation auf dem Gebiet der Fernmeldetechnik: Sämtliche Kabel-, Freileitungs- und Vermittlungsanlagen waren unterbrochen bzw. zerstört. Die Frankfurter Vermittlung im Gebäude der ehemaligen Rbd Osten war vollständig ausgebrannt. Deshalb wurde von 1945 bis 1948 auf dem Personenbahnhof eine Handvermittlungsanlage und anschließend bis 1960 in einem Teil der Gepäckabfertigung eine Basa der Bauart EB 3 genutzt. Nach der Herstellung der Baugrube und der Grundsteinlegung Anfang 1958 fand das Richtfest für den Neubau eines Basagebäudes in der Briesener Straße 3a am 26. September 1958 statt. Am 17. Dezember 1960 wurde eine Basa der Bauart EB 5 zur Nutzung übergeben. Zehn Jahre später im August 1970 eine Bafesa-Zentrale installiert und ein umfangreiches Fernschreibnetz aufgebaut. Der Informationsbedarf erforderte den Aufbau des vom Fernsprechnetz unabhängigen Informationssystems für den Dispatscherdienst. Sie wurden 1954/55 errichtet. Erste Funkanlagen zur Verständigung zwischen den Stellwerken und mobilen Teilnehmern gingen 1959 in Betrieb. Auf dem Frankfurter Rangierbahnhof kam 1973 die erste rangiertechnische Anlage auf elektronischer Basis zum Einsatz. Für aufwändige Schachtarbeiten zur Kabelverlegung wurde immer öfter der Studentensommer genutzt. 1981 gab es in der Sfm 172 Arbeitskräfte. Darunter Fernmeldemechaniker (Sorge, Jankowski, Jannaschk, Witzke) und Signalwerker (Maus, Signalmechaniker, Leder, Lettau .
Aufgaben und Bedeutung der Sfm führten ab 1. Mai 1987 zur Profilierung als »Instandhaltungswerk Signaltechnik, Fernmeldetechnik und Prozeßautomatisierung« (IwSFP). Mit der Wende wechselte die Firmenbezeichnung häufiger: Ab 1. März 1992 hieß sie »Instandhaltungswerk Signaltechnik, Telekommunikationstechnik« (IwST). Daraus wurde ab 1. Januar 1994 die »Niederlassung Netz, Abteilung Signaltechnik/Telekommunikation« (NNT 4). Nachdem die Signalwerker zum Geschäftsbereich Netz »Leit- und Sicherungstechnik« (LST) ausgegliedert waren, galt ab 1. Januar 1996 die Bezeichnung »DBKom, Gesellschaft für Telekommunikation mbH & KG, Niederlassung Berlin, Servicestützpunkt Frankfurt (Oder)« (NIS 3). Die Kurzbezeichnung wurde ab 1. September 1996 in (NLS 3) abgeändert. Mit der Übernahme des Fernmeldebereiches der DBAG durch Mannesmann am 1. Januar 1997, firmierte die Frankfurter Einrichtung in der Briesener Straße nun als: »Mannesmann Arcor AG & Co., Region Nord-Ost, Servicestützpunkt Frankfurt (Oder)« (TSS-NO/03). Besondere Verdienste haben sich die Signalbetriebshauptmechaniker Bernd Kutzke und Manfred Nickel vom Eisenbahnverein Letschin mit dem Aufbau des Eisenbahn-Museum Letschin erworben.

Leiter der Sfm Frankfurt (Oder) waren:

Unferferth, Signalwesen Leupolt 1946-1948,
Signalwesen Völker 1948-04.1955,
Fernmeldetechnik Maurer 1948-04.1955,
Willy Sabbert 04.1955-1958,
Werner Selchow 1958-1961,
Otto Fiedler 1961-1965,
Wolfram Stein 1965-1967,
Springer 1967-1968, Arthur Stiehl 1968-1969,
Hilmar Rybarczyk 1969-1970,
Harrald Schüttenhelm 1970-10.1975,
Günter Schiering 11.1975- 15.10.1979,
Klaus Lehmann 16.10.1979- 31.12.1992

 

 

Bezeichnung der Stellwerke in Fko

Fkb

Frankfurt Kohlebansen

Fgw

Frankfurt Güterbahnhof West

Fgv

Frankfurt Güterbahnhof Verteiler

Fgs

Frankfurt Güterbahnhof Süd

Fgr

Frankfurt Güterbahnhof Rechts

Fgn

Frankfurt Güterbahnhof Nord

Fgm

Frankfurt Güterbahnhof Mitte

Fgl

Frankfurt Güterbahnhof Links

Fgk

Frankfurt Güterbahnhof Klingetal

Fgf

Frankfurt Güterbahnhof Feuerrampe

Fgbw

Frankfurt Güterbahnhof Bahnbetriebswerk

Fwt

Frankfurt Westturm

Fot

Frankfurt Ostturm

Fmt

Frankfurt Mittelturm

Afc

Ausfahrt Cottbus

Nh

Bockstelle Nuhnen

B1

Befehlsstellwerk Pbf          
 (In Betrieb ab 22.11.1990)

R2

Rangierstellwerk                 (vorher Fot)

Rsg

Rosengarten Güterbahnhof

Rs

Rosengarten Personenbahnhof

 

Lothar Meyer/Klaus Lehmann